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Artenschutz in botanischen Gärten

Seit der Römerzeit belegen schriftliche Quellen eine eigentliche Gartenkultur in der Schweiz. Das antike Erbe wurde von Klöstern weiter gepflegt und der mittelalterliche Heilkräutergärten hat die spätere Entwicklung von Kloster- und Bauerngärten beeinflusst. Die ersten universitären Botanischen Gärten wurden im 16. Jahrhundert in Italien gegründet: Pisa (1543), Padua (1545) und Florenz (1545). Caspar Bauhin, Professor für Anatomie und Botanik an der Universität Basel, richtete dort 1589 den ersten universitären Botanischen Garten der Schweiz ein. Weitere folgten 1748 in Zürich, 1789 in Bern und 1817 in Genf. Anfänglich dienten die Botanischen Gärten hauptsächlich der Ausbildung von Ärzten und Apothekern und beherbergten vorwiegend Heil-, Gewürz- und Giftpflanzen. Als nach der Entdeckung neuer Kontinente zahlreiche exotische Pflanzenarten nach Europa gebracht wurden, wandelten sich die Botanischen Gärten zu wichtigen Zentren für den Austausch von lebenden und getrockneten Pflanzen (Herbarien), Information und der botanischen Forschung. Besonders im 18. Jahrhundert, zu Zeiten des schwedischen Naturforschers und Erneuerers der Nomenklatur Carl von Linné, wurden die Gärten immer wissenschaftlicher, es entstanden die heute noch angewendeten Grundlagen der Systematik. In der zweiten Hälfte des …