«Letztlich sind es die Extremereignisse, die zu Veränderungen führen»
Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) befasst sich mit der Nutzung und Gestaltung sowie dem Schutz von naturnahen und urbanen Lebensräumen. Die WSL ist ein Forschungsinstitut des Bundes und gehört zum ETH-Bereich. Niklaus E. Zimmermann forscht an der WSL in der Gruppe Dynamische Makroökologie und wirkt als Mitglied der Direktion auch bei der strategischen Ausrichtung der WSL mit.
BEAT FISCHER Herr Zimmermann, wie nehmen Sie persönlich den Klimawandel wahr?
NIKLAUS E. ZIMMERMANN In erster Line beim Wandern im Gebirge. Ich gehe gerne und oft in die Regionen, in denen ich schon als Kind gewandert bin. Ich stelle fest, dass die Gletscher massiv zurückgegangen sind, aber auch Ewigschneefelder schwinden stark. Wenn ich die Vegetation betrachte, sind die Veränderungen nicht so gut sichtbar oder noch nicht. Mit den bisherigen Klimaveränderungen bewegen wir uns in einem Bereich, der noch kaum ausserhalb der historischen Schwankungen liegt. Daher sind einzelne trockene, kalte oder feuchte Jahre von der Natur meist noch zu bewältigen. Es gibt aber immer mehr Anzeichen, dass wir diesen Bereich der historischen Variabilität langsam verlassen – und das ist alarmierend.
Als Wissenschaftler beschäftigen Sie sich intensiv mit der Modellierung der Vegetation in Bezug auf den Klimawandel. Wie muss man sich Ihre Arbeit vorstellen?
Wir verwenden unterschiedliche Modelle. Wenn ich beispielsweise wissen möchte, wie sich die Rot-Buche in Zukunft verhalten wird, analysiere ich mittels einfacher statistischer Modelle, wo und unter welchen klimatischen Bedingungen sie heute wächst. Das Modell beschreibt also, welchen Klimabereich die Rot-Buche abdeckt. Dann verwende ich Klimakarten, welche die Zukunft beschreiben, und projiziere den Klimabereich der Buche auf diese Karten. Das heisst beispielsweise, wenn wir hier heute im Mittelland im Schnitt 8 °C haben und die Temperaturen in der Zukunft ansteigen, vielleicht auf 12 °C , werden wir die Rot-Buche im Mittelland kaum mehr antreffen, sondern eher Eichen.
Aktuelle Verbreitung
1991 – 2020
2021 – 2050
2051 – 2080
Sie nehmen somit an, dass sich die Rot-Buche selber nicht ändern wird?
Genau. Natürlich wird sich die Rot-Buche ändern, aber nicht im Lauf von 50 bis 100 Jahren. Denn sie hat ja einen sehr viel längeren Lebenszyklus; sie produziert erst mit 20, 30 Jahren Samen. Neue Samen passen sich an ein leicht geändertes Klima an, an ein stark geändertes jedoch kaum.
Kann man aufgrund von statistischen Analysen überhaupt die komplexen Verhältnisse in der Natur berechnen oder gar voraussagen?
Nur bedingt. Zum Beispiel können wir mit solch einfachen Modellen nicht sagen, was geschieht, wenn es ganz plötzlich zu trocken oder zu warm wird für die Rot-Buche. Die meisten unserer statistischen Modelle sagen, dass es Ende Jahrhundert im Mittelland für die Rot-Buche schwierig wird. Ob sie wirklich verschwindet und wie schnell, können wir nicht sagen. Dazu braucht es komplexere Modelle, die sich auch mit demografischen Prozessen wie Samenkeimung, Aufwachsen oder Mortalität auseinandersetzen. Letztlich wird es nicht die Verschiebung der Mitteltemperatur sein, die unsere Ökosysteme verändert, sondern das Auftreten von Extremereignissen. Es ist aber schwierig, diese Ereignisse präzise vorauszusagen. Wenn wir ein 4 °C wärmeres Jahresmittel annehmen, wird die Rot-Buche wahrscheinlich einfach besser wachsen. Bei solchen Temperaturen werden jedoch auch extreme Ereignisse wie Dürre und Trockenheit zunehmen, was wiederum zu einem Absterben der Rot-Buche führen kann.
In der Schweiz hat sich die Jahresdurchschnittstemperatur seit rund 150 Jahren um knapp 2 °C erhöht. Dies tönt nicht nach viel. Wieso reagieren gewisse Pflanzen so empfindlich?
Ich glaube, sie reagieren darauf nicht unmittelbar. Ein Anstieg der Mitteltemperatur um 2 °C bewirkt einen schleichenden, langsamen Prozess, der sich nicht einfach beobachten lässt. Aber eskönnen neue Extreme auftreten, die diese 2 °C deutlich übersteigen. Und letztlich sind es Extremereignisse, die zu Veränderungen führen.
Wie sieht der Wald im Mittelland im Jahr 2050 aus?
Sehr ähnlich wie heute. Ausser es treten zwei, drei klimatische Extremereignisse in kurzer Folge auf wie die Hitzesommer in den Jahren 2003 und 2018. Dann könnte es zu einem deutlichen Rückgang der Rot-Buche kommen. Wir stellten fest, dass vor allem gross gewachsene, ältere, dominante Exemplare in den Jahren nach 2003 enorm Mühe hatten, wieder Blätter zu entwickeln, sie wurden wirklich geschädigt. Wir von der WSL haben deshalb letztes Jahr, als wir gesehen haben, dass die Trockenheit so ausgeprägt war und viele Rot-Buchen braun wurden, viele von ihnen markiert, um ihre Regeneration nach diesem Extremereignis zu studieren. Damit erhoffen wir uns ein besseres Verständnis, was mit diesen geschädigten Rot-Buchen geschieht.
Gibt es Verschiebungen an der Waldgrenze?
Ja, die Waldgrenze wandert nach oben, aber viel langsamer als man das aufgrund der Klimaveränderung prognostizieren würde. Rein basierend auf der jetzigen Erwärmung von rund 2 °C wäre eine Waldgrenzenverschiebung von 400 Höhenmetern zu erwarten, so stark ist sie aber nicht angestiegen. Zudem gilt es auch die menschlichen Aktivitäten zu berücksichtigen.
PROF. DR. NIKLAUS E. ZIMMERMANN studierte an der Universität Bern Botanik und Vegetationskunde, ist an der WSL als Senior Scientist tätig und lehrt an der ETH Zürich.
Als Kind war es Léa Wobmanns Traum, ihre Hängematte in den tropischen Gewächshäusern des Botanischen Gartens in Genf aufzuhängen. Die üppige Vegetation hatte damals ihre Fantasie beflügelt. Gut zwei Jahrzehnte
Aufgewachsen zwischen Bergwäldern und Alpwiesen, entdeckte Jan Jelen als junger Mann mitten in der Stadt eine ganz neue Pflanzenwelt. «Ich war für die Gärtneraus- bildung nach Genf gezogen und verbrachte
Für Wachstum und Verbreitung von Pflanzenarten sind verschiedene Faktoren wichtig: Neben Landnutzung, Stickstoffeintrag oder Kohlendioxidanstieg spielt das Klima eine entscheidende Rolle. Durch den Klimawandel ändern sich sowohl Areale als auch
BEAT FISCHER Herr Randin, wie nehmen Sie als Gebirgsökologe den Klimawandel wahr? CHRISTOPHE RANDIN Die Erwärmung in den Bergen realisierte ich schon früh. Ich erinnere mich an ein Ereignis im
BEAT FISCHER Frau Wipf, als Gebirgsökologin stehen Sie oft zuoberst auf dem, Gipfel. Sind Sie auch eine Bergsteigerin? SONJA WIPF Ich bewege mich gerne und gut im weglosen Terrain, aber
BEAT FISCHER Herr Schaffner, wieso befindet sich die Schweizer Niederlassung einer weltweit tätigen Organisation mit über 600 Mitarbeitenden in Delémont? URS SCHAFFNER Das hat biologische Gründe. Die Geschichte beginnt nach
BEAT FISCHER Herr Walther, Sie haben jahrelang mit invasiven Neophyten geforscht. Entwickelt man dabei auch so etwas wie eine Beziehung zu diesen Pflanzenarten? GIAN-RETO WALTHER Je länger man sich mit
Eine tropische Pflanze mit dem lautmalerischen Namen Monstera deliciosa begründete ihre Liebe zur Botanik. Als Zimmerpflanze schmückte das Fensterblatt die elterliche Wohnung in Zürich. Als sie acht Jahre alt war,
INVASIVE NEOPHYTEN Pflanzenarten, die nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492 absichtlich oder unabsichtlich in ein neues Gebiet eingeführt wurden und sich in der Natur etablierten, werden Neophyten genannt.
Klimaveränderungen gab es auf der Erde immer. Als die landlebenden Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren ausstarben, herrschte in der Gegend der Schweiz ein subtropisches bis tropisches Klima. Im Eiszeitalter,
Es sind über 350 000 kleine rote Punkte, die Joëlle Magnin begeistern. «Schauen Sie mal», sagt sie und schiebt den Laptop über den Tisch, «die Karte des Kantons Waadt ist
In der Schweiz sind über ein Viertel der Wildpflanzen bedroht und stehen auf der Roten Liste. In botanischen Gärten werden solche gefährdeten Arten für eine Wiederansiedlung in ihren natürlichen Lebensräumen kultiviert.
Info Flora ist das nationale Daten- und Informationszentrum zur Schweizer Flora. Deren Direktor, Dr. Stefan Eggenberg, engagiert sich seit Jahrzehnten im Artenschutz.
Kantonale Naturschutzfachstellen sind bei Erhaltungsprogrammen und Wiederaussiedlungen von seltenen und gefährdeten Pflanzenarten wichtige Partner der botanischen Gärten.
Der Botanische Garten der Universität Freiburg nimmt in der Schweiz eine Pionierrolle ein. Prof. Gregor Kozlowski realisierte mit seiner Forschungsgruppe und dem Gartenteam etliche erfolgreiche Wiederaussiedlungen.
Peter Enz’ wichtigstes Ziel ist die Sensibilisierung für Pflanzen und die Natur. Darum liegt dem Leiter des Botanischen Gartens der Universität Zürich die diesjährige «BOTANICA» sehr am Herzen: Weil sie aufzeigt, wie wichtig der Erhalt bedrohter heimischer Pflanzen ist.
Gregor Kozlowski ist in seinem Element, wenn er über sein Spezialgebiet, den Artenschutz, spricht. «Allein im Kanton Freiburg sind rund 700 Pflanzenarten bedroht, ein Drittel des kantonalen Wildpflanzenbestandes.»
Das Interview ist im BOTANICA Garten- und Pflanzenführer 2019 erschienen.
«Letztlich sind es die Extremereignisse, die zu Veränderungen führen»
Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) befasst sich mit der Nutzung und Gestaltung sowie dem Schutz von naturnahen und urbanen Lebensräumen. Die WSL ist ein Forschungsinstitut des Bundes und gehört zum ETH-Bereich. Niklaus E. Zimmermann forscht an der WSL in der Gruppe Dynamische Makroökologie und wirkt als Mitglied der Direktion auch bei der strategischen Ausrichtung der WSL mit.
BEAT FISCHER Herr Zimmermann, wie nehmen Sie persönlich den Klimawandel wahr?
NIKLAUS E. ZIMMERMANN In erster Line beim Wandern im Gebirge. Ich gehe gerne und oft in die Regionen, in denen ich schon als Kind gewandert bin. Ich stelle fest, dass die Gletscher massiv zurückgegangen sind, aber auch Ewigschneefelder schwinden stark. Wenn ich die Vegetation betrachte, sind die Veränderungen nicht so gut sichtbar oder noch nicht. Mit den bisherigen Klimaveränderungen bewegen wir uns in einem Bereich, der noch kaum ausserhalb der historischen Schwankungen liegt. Daher sind einzelne trockene, kalte oder feuchte Jahre von der Natur meist noch zu bewältigen. Es gibt aber immer mehr Anzeichen, dass wir diesen Bereich der historischen Variabilität langsam verlassen – und das ist alarmierend.
Als Wissenschaftler beschäftigen Sie sich intensiv mit der Modellierung der Vegetation in Bezug auf den Klimawandel. Wie muss man sich Ihre Arbeit vorstellen?
Wir verwenden unterschiedliche Modelle. Wenn ich beispielsweise wissen möchte, wie sich die Rot-Buche in Zukunft verhalten wird, analysiere ich mittels einfacher statistischer Modelle, wo und unter welchen klimatischen Bedingungen sie heute wächst. Das Modell beschreibt also, welchen Klimabereich die Rot-Buche abdeckt. Dann verwende ich Klimakarten, welche die Zukunft beschreiben, und projiziere den Klimabereich der Buche auf diese Karten. Das heisst beispielsweise, wenn wir hier heute im Mittelland im Schnitt 8 °C haben und die Temperaturen in der Zukunft ansteigen, vielleicht auf 12 °C , werden wir die Rot-Buche im Mittelland kaum mehr antreffen, sondern eher Eichen.
Sie nehmen somit an, dass sich die Rot-Buche selber nicht ändern wird?
Genau. Natürlich wird sich die Rot-Buche ändern, aber nicht im Lauf von 50 bis 100 Jahren. Denn sie hat ja einen sehr viel längeren Lebenszyklus; sie produziert erst mit 20, 30 Jahren Samen. Neue Samen passen sich an ein leicht geändertes Klima an, an ein stark geändertes jedoch kaum.
Kann man aufgrund von statistischen Analysen überhaupt die komplexen Verhältnisse in der Natur berechnen oder gar voraussagen?
Nur bedingt. Zum Beispiel können wir mit solch einfachen Modellen nicht sagen, was geschieht, wenn es ganz plötzlich zu trocken oder zu warm wird für die Rot-Buche. Die meisten unserer statistischen Modelle sagen, dass es Ende Jahrhundert im Mittelland für die Rot-Buche schwierig wird. Ob sie wirklich verschwindet und wie schnell, können wir nicht sagen. Dazu braucht es komplexere Modelle, die sich auch mit demografischen Prozessen wie Samenkeimung, Aufwachsen oder Mortalität auseinandersetzen. Letztlich wird es nicht die Verschiebung der Mitteltemperatur sein, die unsere Ökosysteme verändert, sondern das Auftreten von Extremereignissen. Es ist aber schwierig, diese Ereignisse präzise vorauszusagen. Wenn wir ein 4 °C wärmeres Jahresmittel annehmen, wird die Rot-Buche wahrscheinlich einfach besser wachsen. Bei solchen Temperaturen werden jedoch auch extreme Ereignisse wie Dürre und Trockenheit zunehmen, was wiederum zu einem Absterben der Rot-Buche führen kann.
In der Schweiz hat sich die Jahresdurchschnittstemperatur seit rund 150 Jahren um knapp 2 °C erhöht. Dies tönt nicht nach viel. Wieso reagieren gewisse Pflanzen so empfindlich?
Ich glaube, sie reagieren darauf nicht unmittelbar. Ein Anstieg der Mitteltemperatur um 2 °C bewirkt einen schleichenden, langsamen Prozess, der sich nicht einfach beobachten lässt. Aber eskönnen neue Extreme auftreten, die diese 2 °C deutlich übersteigen. Und letztlich sind es Extremereignisse, die zu Veränderungen führen.
Wie sieht der Wald im Mittelland im Jahr 2050 aus?
Sehr ähnlich wie heute. Ausser es treten zwei, drei klimatische Extremereignisse in kurzer Folge auf wie die Hitzesommer in den Jahren 2003 und 2018. Dann könnte es zu einem deutlichen Rückgang der Rot-Buche kommen. Wir stellten fest, dass vor allem gross gewachsene, ältere, dominante Exemplare in den Jahren nach 2003 enorm Mühe hatten, wieder Blätter zu entwickeln, sie wurden wirklich geschädigt. Wir von der WSL haben deshalb letztes Jahr, als wir gesehen haben, dass die Trockenheit so ausgeprägt war und viele Rot-Buchen braun wurden, viele von ihnen markiert, um ihre Regeneration nach diesem Extremereignis zu studieren. Damit erhoffen wir uns ein besseres Verständnis, was mit diesen geschädigten Rot-Buchen geschieht.
Gibt es Verschiebungen an der Waldgrenze?
Ja, die Waldgrenze wandert nach oben, aber viel langsamer als man das aufgrund der Klimaveränderung prognostizieren würde. Rein basierend auf der jetzigen Erwärmung von rund 2 °C wäre eine Waldgrenzenverschiebung von 400 Höhenmetern zu erwarten, so stark ist sie aber nicht angestiegen. Zudem gilt es auch die menschlichen Aktivitäten zu berücksichtigen.
PROF. DR. NIKLAUS E. ZIMMERMANN studierte an der Universität Bern Botanik und Vegetationskunde, ist an der WSL als Senior Scientist tätig und lehrt an der ETH Zürich.
Die Emotionen Wecken
Als Kind war es Léa Wobmanns Traum, ihre Hängematte in den tropischen Gewächshäusern des Botanischen Gartens in Genf aufzuhängen. Die üppige Vegetation hatte damals ihre Fantasie beflügelt. Gut zwei Jahrzehnte
Mit den Alpenfplanzen auf Du und Du
Aufgewachsen zwischen Bergwäldern und Alpwiesen, entdeckte Jan Jelen als junger Mann mitten in der Stadt eine ganz neue Pflanzenwelt. «Ich war für die Gärtneraus- bildung nach Genf gezogen und verbrachte
Alpenpflanzen – Einfluss des Klimawandels auf alpine Pflanzen
Für Wachstum und Verbreitung von Pflanzenarten sind verschiedene Faktoren wichtig: Neben Landnutzung, Stickstoffeintrag oder Kohlendioxidanstieg spielt das Klima eine entscheidende Rolle. Durch den Klimawandel ändern sich sowohl Areale als auch
«Seit Jahrzehnten gedeihen immer mehr kleine Bäume in der alpinen Stufe»
BEAT FISCHER Herr Randin, wie nehmen Sie als Gebirgsökologe den Klimawandel wahr? CHRISTOPHE RANDIN Die Erwärmung in den Bergen realisierte ich schon früh. Ich erinnere mich an ein Ereignis im
«Sehr viele Pflanzenarten wandern von weiter unten auf die Gipfel»
BEAT FISCHER Frau Wipf, als Gebirgsökologin stehen Sie oft zuoberst auf dem, Gipfel. Sind Sie auch eine Bergsteigerin? SONJA WIPF Ich bewege mich gerne und gut im weglosen Terrain, aber
«Invasive Pflanzen können ganze Ökosyseme verändern»
BEAT FISCHER Herr Schaffner, wieso befindet sich die Schweizer Niederlassung einer weltweit tätigen Organisation mit über 600 Mitarbeitenden in Delémont? URS SCHAFFNER Das hat biologische Gründe. Die Geschichte beginnt nach
«Wir können nicht tatenlos zusehen»
BEAT FISCHER Herr Walther, Sie haben jahrelang mit invasiven Neophyten geforscht. Entwickelt man dabei auch so etwas wie eine Beziehung zu diesen Pflanzenarten? GIAN-RETO WALTHER Je länger man sich mit
Von tropisch zu einheimisch
Eine tropische Pflanze mit dem lautmalerischen Namen Monstera deliciosa begründete ihre Liebe zur Botanik. Als Zimmerpflanze schmückte das Fensterblatt die elterliche Wohnung in Zürich. Als sie acht Jahre alt war,
Invasive Neophyten – Einfluss des Klimawandels auf die Vegetation
INVASIVE NEOPHYTEN Pflanzenarten, die nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492 absichtlich oder unabsichtlich in ein neues Gebiet eingeführt wurden und sich in der Natur etablierten, werden Neophyten genannt.
Ursachen und Folgen des Klimawandels
Klimaveränderungen gab es auf der Erde immer. Als die landlebenden Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren ausstarben, herrschte in der Gegend der Schweiz ein subtropisches bis tropisches Klima. Im Eiszeitalter,
«Der Mensch schützt, was er schätzt.»
Es sind über 350 000 kleine rote Punkte, die Joëlle Magnin begeistern. «Schauen Sie mal», sagt sie und schiebt den Laptop über den Tisch, «die Karte des Kantons Waadt ist
Erhaltung gefährdeter Wildpflanzen in botanischen Gärten
In der Schweiz sind über ein Viertel der Wildpflanzen bedroht und stehen auf der Roten Liste. In botanischen Gärten werden solche gefährdeten Arten für eine Wiederansiedlung in ihren natürlichen Lebensräumen kultiviert.
«Die Stimmung für Artenförderung war noch nie so gut»
Info Flora ist das nationale Daten- und Informationszentrum zur Schweizer Flora. Deren Direktor, Dr. Stefan Eggenberg, engagiert sich seit Jahrzehnten im Artenschutz.
«Wir profitieren vom grossen gärtnerischen Knowhow»
Kantonale Naturschutzfachstellen sind bei Erhaltungsprogrammen und Wiederaussiedlungen von seltenen und gefährdeten Pflanzenarten wichtige Partner der botanischen Gärten.
«Die Natur kennt keine Grenzen»
Der Botanische Garten der Universität Freiburg nimmt in der Schweiz eine Pionierrolle ein. Prof. Gregor Kozlowski realisierte mit seiner Forschungsgruppe und dem Gartenteam etliche erfolgreiche Wiederaussiedlungen.
«Infotainment ist heute besonders wichtig»
Peter Enz’ wichtigstes Ziel ist die Sensibilisierung für Pflanzen und die Natur. Darum liegt dem Leiter des Botanischen Gartens der Universität Zürich die diesjährige «BOTANICA» sehr am Herzen: Weil sie aufzeigt, wie wichtig der Erhalt bedrohter heimischer Pflanzen ist.
«Unser Gründervater wären zufrieden mit uns»
Catherine Lambelet setzt sich für den Erhalt bedrohter Pflanzen ein. Sie ist Konservatorin am Botanischen Garten von Genf
«Verschwindet eine Art, geschieht dies meist im Stillen.»
Gregor Kozlowski ist in seinem Element, wenn er über sein Spezialgebiet, den Artenschutz, spricht. «Allein im Kanton Freiburg sind rund 700 Pflanzenarten bedroht, ein Drittel des kantonalen Wildpflanzenbestandes.»